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Ein Übungssystem für Jedermann

Tai Chi ist ein Übungssystem, das jedermann, erlernen kann. Es benötigt weder spezielle Ausrüstung, noch viel Geld und Zeit dafür aber Geduld und Ausdauer.

Wer Tai Chi über längere Zeit regelmäßig übt, erlangt :
die Geschmeidigkeit eines Kindes, die Gesundheit eins Holzfällers und die Gelassenheit eines Weisen. chin.Sprichwort

Harmonische Bewegungen des gesamten Körpers

Tai Chi Chuan ist eine Kombination von kreisförmigen Bewegungen, die weich, langsam und fließend von einer Form in die nächste übergehen.

Hände, Schulter, Ellbogen, Fäuste, Finger, Füße, Beine, Knie, Zehen, der ganze Körper wird dabei bewegt, um den Blutkreislauf anzuregen, die Bänder zu strecken, die Knochen zu entwickeln und die Atmung zu vertiefen.

Tai Chi lehrt die Menschen, wie sie körperlich und geistige Gesundheit erlangen und wie sie kämpfen sich selbst verteidigen können, ohne den Gegner zu hassen und zu vernichten.
Es braucht einige Zeit um die Soloübung zu meistern, jedoch auch unvollkommen ausgeführt sind die wohltuenden Wirkungen in den ersten Stunden deutlich zu spüren.

Weg und Ziel

Wenn man tausend Meilen gehen will, muß man den ersten Schritt tun chin.Sprichwort

Der erste Schritt ist sicher unvollkommen, er ist deshalb nicht wertlos, sondern im Gegenteil besonders wichtig. Im Tai Chi ist der Weg das Ziel. Jeder Schritt, den man mit offenen Sinnen für den Weg tut, verändert den eigenen Standort und sich so zu bewegen heißt, daß man irgendwann das Ziel vergessen kann, weil einen der Weg dahin ganz und gar ausfüllt.
Kurze Geschichte des Tai Chi Chuan

Die Prinzipien von Tai Chi Chuan entstammen dem jahrtausendealten Erbe der chin. Kultur. Sie entspringen dem philosophischen Denken des Taoismus (Laotse). Diese Vorstellung vom universellen Tao und dem ständigen Wechsel zwischen Yin und Yang und der Harmonie von beiden prägten die chinesische Medizin (TCM), die Kampfkünste (Wu shu), die Künste (Kalligraphie) und viele andere Lebensbereiche.
Tai Chi verbindet Elemente aus der Kampfkunst, der Meditation und Atemübungen miteinander. Gesundheit und Gelassenheit wurden in China als notwendige Voraussetzungen zur Entwicklung der eigenen Kräfte und Fähigkeiten angesehen.
Wie Gesundheit und Gelassenheit erlangen? Durch organisierte körperliche Bewegung.

wenn :

  • rhythmisch organisiert (Atmung)
  • im Einklang mit den physiologischen und emotionalen Gesetzmäßigkeiten strukturiert

dann :

  • Krankheiten heilen und vorbeugen
  • Lebenskraft stärken, Leben verlängern und Wohlbefinden erhöhen

Beginn der Entwicklung solcher Übungssysteme liegt in den kultischen Tänzen, die zu Zeiten des "Gelben Kaisers"(um 2600 v.Chr.) dem Volk angeblich verordnet waren.
Aus dem kultischen Tanz entwickelten sich, als wesentlicher Teil der chinesischen Medizin, heilgymnastische Übungen.

Der Grundsatz der chinesischen Medizin ist "Vorbeugen ist besser als heilen"
Die heilgymnastischen Übungen hießen "Kung Fu", was eine allgemeine Bezeichnung, für "Aufwand an Zeit und Arbeit" bedeutet. Denn Zeit und Arbeit sind nötig, um Übungen zu erlernen und Wissen und Fähigkeiten zu erlangen. Der kultische Tanz wurde auch von Kriegern ausgeführt und entstand parallel zu den medizinischen Künsten.

Eine weitere Disziplin, die sich auf kultischen Tanz zurückführen läßt ist die Praxis meditativer Atemübungen. Die Taoisten entwickelten eine Kunst des Atmens, die nei kung "Kunst der inneren Wirkungskraft", genannt wird. Ziel ist die allmähliche Entwicklung einer Art von eigentlicher, innerer Energie. Sie unterscheidet auch Tai Chi von anderen Arten des "Boxens".

Es gibt zwei Hauptrichtungen:

  • die "äußere oder harte" Schule (betont Schnelligkeit, Kraft und heftige Bewegungen)
  • die innere oder weiche Schule (betont Gelassenheit, Gleichgewicht, Sanftheit und vor allem Entwicklung der eigentlichen, inneren Energie -> zu der Tai Chi gehört.

Dieses Prinzip der "eigentlichen, inneren Energie" macht Tai Chi zu einer im wesentlichen taostischen Übung. Der Grundgedanke dieser Philosophie ist es Leben zu erhalten, Krankheiten und Verletzungen zu vermeiden, durch eigene Anstrengungen. Das Schicksal meiner selbst liegt bei mir und nicht im Himmel. Als Selbstverteidigung ist Tai Chi nicht-aggressiv. Er sucht seine Stärke im Nachgeben und vermeidet es einen Angreifer zu verletzen.
Das Weiche besiegt das Harte
Laotse