WebMaster
Bewegungen

Sanfte, langsame und fließende Bewegungen, die ohne Kraftanstrengung ausgeführt werden, sind ein besonderes Kennzeichen von Tai Chi Chuan.

Diese Art der Bewegung hat viele Vorzüge: Sie dient der Konzentration auf die Übung, gibt ein Gefühl der Ruhe, erleichtert es, Entspannung zu finden und hilft, Fehler zu erkennen. Da die tiefe Atmung mit den Bewegungen koordiniert werden soll, müssen diese sehr langsam ausgeführt werden.

Die körperliche Bewegung ist mit der geistigen Übung verbunden. Man kann sagen, daß die körperliche Bewegung ein Ausdruck der geistigen Übung ist. Die Bewegungen sollen vom Geist (Willen) voller Aufmerksamkeit geleitet werde. Das Chi und der Körper folgen dem Geist. Um dies zu erreichen, braucht es Konzentrationsfähigkeit und viel Übung.

Die folgenden Punkte entstammen den klassischen Schriften des Tai Chi Chuan, deren volles Verständnis sich mit fortschreitendem Üben eröffnet wird.

Für den Anfänger ist es ausreichend, sanft, fließend, langsam und entspannt zu üben.

  • Der Geist ist ruhig und auf die Übung konzentriert.
  • Die Haltung ist ungezwungen, aufrecht und bequem.
  • Der Körper ist angenehm entspannt, leicht und beweglich.
  • Die Bewegungen sind langsam und fließend. Sie gehen ohne Unterbrechung in-einander über. Die Geschwindigkeit ist gleichbleibend „als ob man einen Seidenfaden aus einem Kokon zieht –zieht man zu stark, reißt er, zieht man zu wenig, löst er sich nicht“.
  • Die Bewegungen sind kreisförmig.
  • In der Vorstellung sollen alle Muskeln, Sehnen, Gelenke, und Knochen weit geöffnet werden, damit die Energie ohne Hindernisse durch den gesamten Körper fließen kann.
  • Alle Schwere des Körpers soll nach unten sinken, damit man wie ein Stehaufmänn-chen nicht umgeworfen werden kann.
  • Die Bewegungen sind mit tiefer Atmung verbunden. Das Einatmen erfolgt bei „schließenden“ Bewegungen; das Ausatmen bei „sich öffnenden“ Bewegungen.
  • Alle Teile des Körpers handeln in einer Einheit. Kein Teil des Körpers bewegt sich selbstständig. Wenn ein Teil des Körpers in Bewegung ist, ist der ganze Körper in Bewegung. Wenn ein Teil des Körpers in Ruhe ist, ist der ganze Körper in Ruhe.
  • Die Bewegung hat ihren Ursprung in den Füßen, wird von den Hüften (Beckengürtel) gelenkt und wirkt durch die Finger.
  • Die Hüften führen den Körper. Man vergleicht die Hüften mit der Achse und das Chi mit dem rotierenden Rad.
  • Der Wechsel in der Bewegung von Yin und Yang und umgekehrt muß bewußt vollzogen werden. Yin und Yang müssen klar voneinander unterschieden werden.
  • Die Bewegungen werden ohne Kraftanstrengung ausgeführt. Der Geist (Wille, Bewußtsein) führt den Körper und lenkt das Chi.
Der Anfänger soll folgende Fehlerquellen vermeiden.

a.) Körper als Einheit sehen, die von Mitte gelenkt wird.

Keine isolierten Bewegungen von Hände oder Kopf
b.) Doppelte Gewichtsverteilung :

ständiger Wechsel von leer und voll, auf einem Fuß (Hauptlast) siehe Tai Chi gehen