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Mein Lehrer und was mich bei Ihm beeindruckte.

 

Herr Gao aus China, unterrichtete 5-6 Jahre in Berlin an der HU /Hochschulsport und über die VHS Tai Chi Wu-Stil. Herr Gao ist in China aufgewachsen, wo er als Kind von seinen Eltern den Yang Stil lernte. Später traf er in Taiwan seinen Lehrer für Wu-Stil einen Abkömmling der Familie Wu. Herr Gao studierte internationales Wirtschaftsrecht und war viele Jahre an der Uni in Schang Hei als Dozent tätig. In Berlin arbeitete er als Doktorant. Mit seinen 38 Jahren konnte er auf eine 12 jährige Praxis im Wu –Stil mit vorheriger Yang Stil Erfahrung zurückblicken. Er trainierte täglich 1 Stunde morgens im Park (3x mal 100er Form) am Tegeler See. Außerdem unterrichtete er Tai Chi an der UNI und VHS bzw. Kampfkunst-einrichtungen. Auf der Suche nach dem richtigen Tai Chi Lehrer überzeugte mich bei ihm vor allem seine Einfachheit als Mensch und seine Unterrichtspraxis, die vor allem darin bestand zu üben, zu zeigen und zu üben. Er gab selten lange Erklärungen ab, sondern nutze immer effektiv 98% der Zeit für das Üben und Wiederholen. Dabei blieb er freundlich und zeigte und erklärte auch beim 33stigsten Mal mit der gleichen Freundlichkeit und Gelassenheit. Leider fehlte vielen der Schüler, Studenten der UNI die nötige Selbstdisziplin, um über Jahre dabei zu bleiben. Einige wenige brachten diese Disziplin auf, wozu ich auch gehörte. Mich beeindruckte die Selbstdisziplin, mit der Herr Gao übte und ein Beispiel durch sein Wirken und so Sein gab. Es ist glaube, daß was wir Westler insgeheim an chinesischer oder indischer Kultur bewundern, ohne es selber zu wissen. Wir glauben frei zu sein, bemerken dabei aber gar nicht, wie sehr wir Sklave unserer eigenen Emotionen, Neigungen und Gewohnheiten sind. An uns Selbst zu arbeiten fehlt vielen die Kraft und nötige Ausdauer, Geduld und Selbstdisziplin.
Herr Gao war in den Bewegungen sehr geschmeidig und anmutig. Dies ästhetische Bild vom Tai Chi läßt uns alle Tai Chi bewundern und verzaubert unsere Seele. Diese Harmonie hat schon Kraft zu heilen, durch alleinigen Anblick. Dabei entwickelte er immer sehr viel Chi, was sich in der konzentrierten Atmosphäre und der Entwicklung von Hitze (Schweiß) zeigte. Ich bin dankbar, bei ihm Unterricht über 3-4 Jahre regelmäßig nehmen zu können. Leider verließ er Deutschland, um zu seiner Familie nach China zurückzukehren. Einen vergleichsweise ähnlichen Lehrer habe ich nicht wieder finden können.