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Wege

Die vier klassischen Yoga-Pfade und der Gedanke der Befreiung

Sich selbst kennenzulernen, sein eigenes Wesen zu ergründen, bedeutet im Yoga immer auch, alle Schichten der Täuschung zu durchdringen.
Mit Täuschungen ist Spiel des Ego gemeint.
Meist gibt das Ego in uns den Impuls.

Die Befreiung aus der Begrenztheit des befangenen Bewußtseins ist Absicht aller Yogapfade. Erst wenn der Mensch sein innerstes Wesen, seine Seele erfahren hat, wird er frei.
Dann ist er nur noch im Kontakt mit seinem innersten und ruht völlig in sich. Er handelt weiter aber aus anderen Motivationen heraus.

In der westlichen Pädagogik und Psychologie gibt es den Begriff der extrinsischen und intrinsischen Motivation, der uns eine Idee vermitteln könnte worum es bei der Egoüberwindung geht.

Im Laufe der Geschichte hat der Yoga vier große Pfade entwickelt, die unterschiedliche Wege zur Befreiung aufzeigen.

Hatha Yoga, bei dem wir wie im Tantrismus vor allem über den Körper zur Freiheit gelangen.
Hatha Yoga ist Teil des Raja Yoga (königliches Yoga ). Raja Yoga ist eine umfassende Methode, die viel verschiedene Mittel einsetzt, die alle aufeinder aufbauen.
Zuerst hat der Raja Yogi ein ethisches Leben zu führen. Dann übt er Körperstellungen, Atemtechniken und Konzentration.

Schließlich, nachdem er sein Leben durch yogische Disziplin gefestigt hat, geht er zur Meditation über, die ihm Befreiung schenken soll.

Dieser Weg setzt gleichzeitig an allen wesentlichen Punkten des Menschen an:

  • Verhalten
  • Ernährung
  • Körper
  • Psyche
  • Geist
  • Sinne

(siehe auch Patanjali)

Ein anderer Yogaweg ist der, des selbstlosen Dienens (Karma Yoga).

Hier versucht man das Ego durch selbstlose Werke und Taten zu überwinden.
Ein solcher Weg schult das Mitgefühl und die Demut. Es ist der Weg der Nächstenliebe, den z.B. Albert Schweitzer und Mutter Theresa gewählt hatten.

Der Yoga der Hingabe, der Bakti Yoga, sucht den Weg der Befreiung über das Herz, die grenzenlose Hingabe.
Sein Weg ist stark von Ritualen und Gottesverehrung bestimmt. Er lebt, singt, betet zu Ehren Gottes.
Das Ziel ist in allem Gottes Schöpfung zu erkennen und so die Belange des Egos zu entkräften.

Der Yoga der Weisheit, Jnana Yoga, wird traditionell von der indischen Priesterkaste beschritten.
Sie studieren die heiligen Schriften, die Vedeb, und versuchen über rein geistige Erkenntnis des Göttlichen, die Grenzen des menschlichen Bewußtseins zu überwinden.

Der Weg ist vor allem durch Studium der Schriften und Meditation geprägt.

Nicht für jeden Menschen ist jeder Weg geeignet.
Deswegen hören sie immer auf ihre eigene Stimme.
Der Weg zu sich selbst ist letztlich immer individuell, nur der Übende selbst kann versuchen den richtigen Weg und richtigen Lehrer für sich zu finden.

Darüber hinaus beleuchten diese Wege alle unterschiedliche Aspekte des Einen und treten deswegen selten in reiner Form auf.